Kirsche

Die Kirsche oder Vogelkirsche ist in ganz Europa und bis zum Kaukasus und in Kleinasien verbreitet. Sie ist die am häufigsten vorkommende Kirschenart und auch die verbreitetste Wildobstsorte. Sie steht meistens einzeln oder in kleinen Gruppen in Laubmischwäldern der Ebenen oder im Hügelland. Häufig sind Vogelkirschen am Waldrand anzutreffen. Aus der Wildform wurden die verschiedenen Kulturformen gezüchtet. Zwischen dem Holz der wild wachsenden Arten und der Züchtungen bestehen keine Unterschiede. Entsprechend den unterschiedlichen Wuchsbedingungen wird aber mitunter zwischen Herkunftsgebieten unterschieden.

Die Vogelkirsche (Prunus avium L.) gehört zur großen Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Weitere verwandte Arten sind die Sauerkirsche, Schlehe, Gemeine Traubenkirsche und Felsenkirsche, die allerdings für die Holzgewinnung keine Rolle spielen. Forstwirtschaftlich angebaut wird die Vogelkirsche nicht. Das Holz wird vorwiegend aus Gärten und Obstplantagen gewonnen.

Kirschbäume erreichen eine Größe zwischen 15 und 20 Metern, teilweise bis zu 30 Metern. Sie werden nur etwa 100 Jahre alt und aufgrund einer häufig einsetzenden Stammfäule schon nach 50 bis 90 Jahren geschlagen.
Splint- und Kernholz des Kirschbaums lassen sich mehr oder weniger deutlich unterscheiden: Das schmale Splintholz ist gelblich bis rötlichweiss, das Kernholz ist gelblich- bis hellrötlichbraun, es wird unter Lichteinwirkung rötlichbraun bis hellgoldbraun. Das Holz ist feinporig, wobei die Gefäße des Frühholzes leicht größer sind. Dadurch sind die Jahresringe deutlich erkennbar und es ergibt sich die typische feine Zeichnung des Holzes.

Hauptsächlich wird Kirschbaumholz bei der Herstellung von Möbeln , Parkett und Inneneinrichtungen eingesetzt.
Kirschholz ist mittelschwer und gilt als fest und zäh Es verfügt über gute Elastizitäts- und Festigkeitseigenschaften. Es neigt zum Schwinden, weist aber nach der Trocknung ein gutes Stehvermögen auf. Beim Kontakt mit Eisen Kupfer oder Messing können Verfärbungen auftreten.